Trinkwasser - Problemstellung

Begriffsbestimmung Trinkwasser

Nach § 3 der Trinkwasserverordnung ist Wasser für den menschlichen Gebrauch und Wasser für Lebensmittelbetriebe Trinkwasser.

Nach § 3 Nr. 3 ist die Hausinstallation (Trinkwasserinstallation nach DIN 1988, DIN EN 806 und DIN EN 1717) die Gesamtheit der Rohrleitungen, Armaturen und Geräte zwischen den Entnahmestellen (Zapfstellen) und der Hauptabsperreinrichtung. Diese ist als Übergabestelle von Wasser einer öffentlichen Wasserversorgungsanlage an einen Verbraucher eines Wasserversorgungsunternehmers definiert.

Er darf nur Wasser für den menschlichen Gebrauch anderen, z.B. seinen mietern, Hotelgästen, Patienten im Krankenhaus, Mitarbeitern im Gewerbe oder Industriebetrieben usw. zur Verfügung stellen, dass die mikrobiologischen und chemischen Anforderungen sowie die festgelegten Grenzwerte der Indikatorparameter erfüllt.

Problematik:

Die Kernprobleme des Wassergebrauchs sind vor allem Kalksteinbildung und Korrosion. Hierbei kämpfen Gebäudenutzer und Industrie mit lästigen, wenn auch eher harmlosen Erscheinungen wie Kalkablagerungen auf Duschwänden, Bad- oder Küchenarmaturen sowie rostigem Leitungswasser.

Ebenso wenig ist das problemlose Zusammenspiel mit dem Werkstoff der jeweils verwendeten Rohrleitungen oder den technischen Anlagen in der Installation gewährleistet. Das heißt: Wasser kann aufgrund seiner Zusammensetzung verschiedene technische Probleme im Haus- und Industriebereich verursachen oder zumindest begünstigen.

Unter dem Aspekt zunehmender Komfortansprüche ist die Behebung solcher Ärgernisse durchaus wünschenswert, technisch gesehen jedoch nicht zwingend notwendig. Anders ist dies bei Kalk- und Korrosionsproblemen in der Hausinstallation. Hier können erhebliche Schäden entstehen, die einen hohen Reparatur- und Kostenaufwand nach sich ziehen. Durch den Einsatz geeigneter Wasserbehandlungssysteme lassen sich aber solche Schäden vermeiden.

Funktionsstörungen:

Ursachen:

Kalkablagerung

Kalkablagerungen sind das Ergebnis von "hartem" Wasser, das in vielen Regionen vorkommt und zu mannigfachen Problemen führt.

Nicht nur, dass die Kaffeemaschine verkalkt, auch Wärmetauscher und Rohrleitungen für erwärmtes Trinkwasser verkalken.

Auch die Umweltbelastung durch unnötig hohen Verbrauch von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie die Entkalkung mit Säuren ist nicht zu unterschätzen.

Kalkflecken auf Armaturen, Sanitärobjekten und Fliesen, sowie schwankende Warmwassertemperaturen sind oft ein Anzeichen für Kalkprobleme

Korrosion Korrosion

Anders als bei der Verkalkung, die im Normalfall direkt auf die lokale Wasserhärte und die eingestellte Warmwassertemperatur zurückzuführen ist, sind die Ursachen für Korrosionsprobleme vielfältiger.

Korrosionsschutz beginnt bereits während der Planungsphase für ein Bauobjekt, d.h. konkret mit der Auswahl der Leitungsmaterialien. Aber selbst bei fachmännischer Planung kann es zu späteren Korrosionsschäden kommen. Schuld daran sind unvorhersehbare Reaktionen der metallischen Werkstoffe.

Eine der häufigsten Korrosionsursachen ist das Eindringen kleinster Fremdstoffpartikel in die Wasserinstallation, die dort bei der Ablagerung elektrochemische Prozesse hervorrufen und dadurch Korrosion ausbilden können. Aus diesem Grund sind zumindest für Neubauten eingangsseitige Schutzfilter vorgeschrieben, die alle Partikel über 100 µm Durchmesser zurückhalten.

Doch auch sie bieten keinen vollständigen Schutz gegen Korrosion, weil noch andere Parameter korrosionsfördernd wirken können; so z. B. Durchfluss und Stagnation, ungünstiges Zusammenwirken verschiedener Leitungsbestandteile, örtliche Material- oder Verarbeitungsfehler.

Eine hygienische und sichere Wasseraufbereitung und Versorgung ist eine entscheidender Beitrag zur Gesundheit und Seuchenvermeidung. Bei Nichteinhaltung von Wasseraufbereitungsmaßnahmen und Verordnungen, können sich Mikroorganismen in höherer Populationsdichte entwickeln, als dies nach der Trinkwasserverordnung zulässig ist. Voraussetzung für diese unerwünschte Belastung ist, dass das Wasser organische Stoffe enthält oder aber das leitungsmaterial organische Stoffe abgibt.

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